Heimvorteil bei Fußballwetten – Wer ist zuhause unschlagbar?

13. September 2017

Sportwetten Ratgeber

Oft ist im Zusammenhang mit Fußballwetten vom sogenannten Heimvorteil die Rede. Es heißt dann, Stadion xyz sei ein besonders brodelnder Hexenkessel. Manche Fankurven haben sogar eigene Spitznamen. So ist beispielsweise die als „The Kop“ bekannte Stehplatztribüne des FC Liverpool Ausgangslage des bekannten Fußballsongs „You’ll never walk alone“, dessen Gänsehaut auch die Gästefans erfasst. Ebenfalls europaweit – wenn nicht sogar weltweit – kennt man die „Gelbe Wand“ in Dortmund, wo auf der Südtribüne 25.000 Fans Platz haben und für eine unvergleichbare Stimmung sorgen.

Doch was genau bringt dieser Heimvorteil wirklich? Peitschen tolle Choreographien und frenetische Fans die Spieler wirklich zur Höchstleistung an? Sind die Spieler zuhause ausgeruhter, weil ihnen Reisestrapazen erspart geblieben sind? Ist es das Gefühl der Vertrautheit, in seinem „eigenen Wohnzimmer“ auf den Rasen einzulaufen? Oder ist der Heimvorteil vielmehr doch nur ein Mysterium, das rein in den Köpfen der Spieler existiert und sich mit Zahlen gar nicht belegen lässt?

Diese und andere Fragen sind es, die wir in diesem Beitrag für Sie genauer durchleuchten möchten, um dabei nicht nur die Frage zu klären, ob es einen Heimvorteil gibt und wie genau dieser aussieht, sondern um vor allem auch Möglichkeiten zu finden, wie Sie das Wissen darüber, wer zuhause so gut wie unschlagbar ist, bei dem Platzieren Ihrer Fußballwetten gewinnbringend zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Was sagt die Statistik zum Heimvorteil?

Erwiesenermaßen existiert der Heimvorteil, was sich ganz leicht in Zahlen ausdrücken lässt. So steht in den größten europäischen Ligen wie England, Spanien oder auch Deutschland die Heimsiegquote bei ungefähr 60%. Das bedeutet, dass es rein statistisch an einem gewöhnlichen Spieltag in der Bundesliga im Durchschnitt zu gut fünf Heimsiegen unter den neun Spielen kommt. Ein Wert, der nicht selten in die Quoten der Buchmacher hineinstrahlt, die selbst in relativ engen Duelle auf Augenhöhe oftmals Quoten im Bereich zwischen 1,80 und 2,10 auf die Heimmannschaft ausschreiben, während die Gäste im klassischen 3-Weg-System dabei zwischen 3,40 und 4,20 liegen. Schließlich hatte gerade auch letzte Saison in der Bundesliga wieder jedes einzelne Team mit Ausnahme des VfL Wolfsburg mehr Punkte im eigenen Stadion als auswärts geholt. Lediglich die Wölfe brachten es im eigenen Stadion nur auf 18 Punkte, während es auswärts 19 Zähler waren.

Und trotzdem: in der Bundesliga Saison 2016/17 gab es kein einziges Team mit einer zweistelligen Anzahl an Heimniederlagen, während umgekehrt gleich sechs Mannschaften mindestens zehn ihrer 17 Heimspiele gewonnen haben. Ganze drei Teams blieben zuhause sogar vollkommen ungeschlagen (Bayern, Dortmund und Hoffenheim) und standen am Ende in der Tabelle auch allesamt in den Top 4.

Betrachtet man es international, so kann man sich auf eine Untersuchung der FIFA berufen, die weltweit 6.500 Fußballspiele im Rahmen einer Studie zum Heimvorteil betrachtet hat. Mit erstaunlichem Ergebnis: Unabhängig vom Land ging in mehr als 50% aller Fälle die Heimmannschaft als Sieger vom Platz, während Unentschieden und Siege der Gästeteams es nur jeweils auf knapp 25% brachten.

Gleich im ersten Punkt lässt sich als Zwischenfazit also festhalten, dass der Heimvorteil keineswegs eine urbane Legende ist, sondern dass er definitiv existiert.

Was steckt psychologisch dahinter?

Spiele im eigenen Stadion oder auf nationaler Ebene im eigenen Land sind besonders motivierend. So betonten auch die Kicker der deutschen Fußballnationalmannschaft stets, dass die WM 2006 im eigenen Land etwas ganz Besonderes sei und tatsächlich ging bereits sechs Mal in der Geschichte der Fußball Weltmeisterschaften der Siegerpokal an den Gastgeber – zuletzt im Jahr 1998 an Frankreich.

Psychologisch lässt sich das auf zweierlei Arten betrachten, nämlich einerseits in Bezug auf die Spieler der Heimmannschaft und andererseits auf die Athleten des Gästeteams. So dürfte es völlig außer Frage sein, dass die Unterstützung der Fans ein Faktor ist, der ein Team pushen kann, auch bei Rückständen noch mal alles hineinzuwerfen. Außerdem kennen die Spieler in der Regel jeden einzelnen Grashalm ihres Stadions, was es gerade auch bei einstudierten Standards oder Bewegungsabläufen im Umschaltspiel umso leichter macht, die Vorgaben des Trainers auf den Platz zu bringen. Umgekehrt herrschen im Fußball immer noch mitunter archaische Rollenverteilungen vor. Diese lauten modern in etwa so, dass die Heimmannschaft das Spiel macht, während die Gäste auf Defensivarbeit und Konter ausgerichtet sind.

Tatsächlich steckt hier eine psychologische Ebene dahinter, die auf menschliche Urinstinkte zurückgeht. Die Heimmannschaft verteidigt gewissermaßen ihr Revier / ihr Territorium gegenüber den Eindringlingen und geht dementsprechend nicht etwa ängstlich, sondern angriffslustig auf den eigenen Rasen. Wer das für absurd hält, der sollte sich eine im Jahr 2002 veröffentlichte Studie der britischen Forscher Nick Neave und Sandy Wolfson mal genauer anschauen, die bei den Spielern der Heimmannschaft ein besonders hohes Aufkommen an Testosteron gemessen haben, was eben genau für diese These spricht, dass die Heimmannschaft agiert und dem Gast sein Spiel aufdiktiert, während die Gäste – ebenfalls statistisch erwiesen – durchschnittlich weitaus weniger Ballbesitz haben.

Zusätzlich befeuert wird das Testosteron übrigens auch durch die Fangesänge, wodurch auch hier wieder eine psychologische Wechselwirkung zwischen der Heimmannschaft und ihren Fans im Rücken entsteht, die zu den eingangs genannten überproportional hohen Werten bei den Siegen der Heimmannschaft beiträgt.

Barcelona Fans, Camp Nou - © Christian Bertrand / Shutterstock.com

Spielfeld, Klima, Schiedsrichter spielen ebenfalls eine wichtige Rolle

Wussten Sie, dass die offiziellen Regularien der FIFA, wie genau ein Fußballfeld beschaffen sein muss, eine sehr große Toleranz aufweisen? Tatsächlich war bis zu einer Änderung im Jahr 2008 sogar die Möglichkeit vorhanden, ein quadratisches Fußballfeld zu haben (90×90 Meter), da die Länge zwischen 90 und 120 Metern variieren durfte, während eine Breite zwischen 45 und 90 Metern möglich war. Natürlich hatte niemand dieses an den Extremen angesiedelte quadratische Feld und überdies gelten für europäische Wettbewerbe und Länderspiele inzwischen auch neue Regeln, nichtsdestotrotz sind nach wie vor einige beeindruckende Unterschiede möglich.

Ein ziemliches Extrembeispiel ist dabei das Stadion Camp Nou in Barcelona, das zu Deutsch nicht umsonst in etwa als „neues Spielfeld“ übersetzt werden kann. Denn tatsächlich ist kaum ein Spielfeld in Europa dermaßen breit wie das Stadion der Katalanen. Sie denken, dass das Zufall ist? Mitnichten! Nachdem nicht selten die Gästeteams nach Barcelona mit buchstäblich einem Torwart und zehn Verteidigern gereist sind, um dem Offensivdruck des Weltvereins Stand halten zu können, hat man sich hier bewusst dafür entschieden, bei der Breite des Felds die Regularien auszureizen. Und unbestritten dürfte sein, dass je breiter das Feld ist desto mehr Raum zum Kombinieren zur Verfügung steht. Da erstaunen dann auch Heimsiege wie das 6:1 im Champions League Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain nicht mehr, wenn sich defensiv eingestellte Teams, die lediglich ihren Vorsprung aus dem Hinspiel verwalten wollen, auskombinieren lassen. Nicht per Zufall passen technisch starke Spieler besonders gut ins Beuteschema des spanischen Topteams.

Neben unterschiedlichen Spielfeldern kann aber auch das unterschiedliche Klima vor allem bei den Nationalmannschaften einen großen Einfluss haben. Man denke beispielsweise nur an die sensationelle Qualifikation von Fußballzwerg Island für die EURO 2016 in Frankreich, als das Land mit der nördlichsten Hauptstadt der Welt (Reykjavik) bei mitunter eisigen Temperaturen, steter Dunkelheit im Winter sowie bis zu 24 Stunden Tageslicht im Sommer zuhause neben der Niederlande auch die Türkei und Tschechien besiegen konnte.

Einen ähnlich großen Heimvorteil genießen im südamerikanischen Raum Nationen wie Ecuador oder Bolivien. Gerade Ecuador, das seine Heimspiele entgegen Regularien der FIFA oft in La Paz austrägt, das 3.600 Meter oberhalb des Meeresspiegels liegt und dementsprechend eine klimatisch sehr extravagante Herausforderung an Profisportler stellt, konnte beispielsweise in der Qualifikation zur Fußball WM 2010 alle großen Nationen wie Argentinien, Brasilien oder auch Chile vor heimischer Kulisse schlagen.

Last, but not least, gibt es aber auch noch einen letzten Faktor, den man berücksichtigen sollte, nämlich die Schiedsrichter, bzw. genauer gesagt deren psychologische Ebene. Tatsächlich hat eine Untersuchung ergeben, dass Fehlentscheidungen seitens des 23. Manns auf dem Platz weitaus häufiger zu Lasten der Gastmannschaft denn zu Ungunsten der Gastgeber gepfiffen werden, was proportional mit dem Alter der Schiedsrichter fällt. So scheinen besonders junge Schiedsrichter anfällig dafür zu sein, dem Druck der Fans von den Tribünen in irgendeiner Form zu erliegen und mitunter eher einen strittigen Elfmeter für die Heimmannschaft zu geben als für die Gäste.

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Wenn der Druck der Heimmannschaft zu groß wird

Obwohl es den Heimvorteil, wie wir in diesem Beitrag gezeigt haben, definitiv gibt, können die Prozentpunkte, die den Gastgebern normalerweise zum Vorteil gereichen, auch ganz schnell ins Gegenteil umkehren. Erinnern Sie sich an das Halbfinale bei der Fußball WM 2014 zwischen Brasilien und Deutschland, als die eigentlich bärenstarken Fußballer vom Zuckerhut mit 1:7 gegen die DFB Auswahl unter die Räder gekommen waren und dabei vorrangig am Erwartungsdruck der eigenen Fans, die sich den Titel im eigenen Land so sehr gewünscht haben, gescheitert sind.

Ein ähnliches Beispiel ist das als „Finale dahoam“ bekannte Champions League Finale 2012, als der FC Bayern München, dessen Allianz Arena im Vorfeld der Saison als Austragungsstätte des Endspiels ausgemacht worden war, sich tatsächlich bis ins Finale vorarbeiten konnte, dort dann jedoch gegen den damals in allen Belangen spielerisch klar unterlegenen FC Chelsea London im Elfmeterschießen in seinem eigenen Wohnzimmer den Gästen beim Entgegennehmen des Henkelpotts zuschauen musste.

So musste auch bei der EURO 2016 das französische Team am Ende im „finale grande“ den Gästen aus Portugal den Siegerpokal überlassen und konnte seinen Heimvorteil am Ende nicht bis zum Ende ausspielen.

Festzuhalten ist also auch, dass die Euphorie der Heimfans in besonders wichtigen Entscheidungsspielen, in denen mitunter auch ein Pokal auf dem Spiel steht, anstatt einer zusätzlichen Motivation bei den Spielern schwere Beine auslösen können. So wären die drei als Beispiel exemplarisch herangezogenen Spiele möglicherweise auf neutralem Boden vollkommen anders ausgegangen, denn die stets als haushoher Außenseiter geltende Gästemannschaft hatte in diesen Szenarien rein gar nichts zu verlieren und konnte nur gewinnen.

Welche Mannschaften sind zuhause unschlagbar?

Wirklich unschlagbar ist im eigenen Stadion sicherlich kein Team, dennoch haben gerade in Deutschland Vereine wie der FC Bayern München eine besonders beeindruckende Heimstärke. Unter anderem gewannen die Münchner zwischen 2013 und 2017 16 aufeinanderfolgende Heimspiele in der Champions League, ehe es im Viertelfinale der Saison 2016/17 erstmals beim 1:2 gegen Real Madrid mal wieder eine Niederlage gab. Derweil blieb der amtierende deutsche Meister aber in der Bundesliga ebenso zuhause ohne Niederlage wie auch Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim – drei Klubs, deren Heimsiege durchaus gute Tipps ergeben.

International betrachtet sollte für die Saison 2016/17 vor allem auch Tottenham Hotspur festgehalten werden, die an der heimischen Stamford Bridge in der Premier League von 19 Spielen 17 Siege und zwei Unentschieden holten, ehe man zur Saison 2017/18 wegen Umbauarbeiten ins Wembley-Stadion umziehen musste – und prompt am zweiten Spieltag eine Heimniederlage einfuhr. Traditionell heimstark sind außerdem vor allem italienische Klubs, während in Spanien die Aushängeschilder Real Madrid und der FC Barcelona ebenso selten Federn vor heimischer Kulisse lassen.

Gute Quoten sind außerdem oft in Länderspielen mit Beteiligung von Island, Ecuador oder Bolivien möglich, wenn diese Mannschaft zuhause gegen einen auf dem Papier klar stärkeren Gegner spielt. Auf dem Weg zur WM 2018 in Russland schlug Island dabei zuhause einmal mehr mit der Türkei, der Ukraine und Kroatien eine Reihe von hochkarätigen Gegnern in Reykjavik – ohne dabei auch nur ein einziges Gegentor zu kassieren.

Heimvorteil bei Fußballwetten – Das Fazit

Wie wir bereits herausgestellt haben, gehen im Durchschnitt fünf der neun Bundesligaspiele mit einem Heimsieg aus, was statistisch belegt, dass es den Heimvorteil gibt. Somit sollte das Wissen über dessen Existenz auch immer bei Ihren Fußballwetten berücksichtigt werden, obwohl es hierbei auch weitere Faktoren wie gute Serien im Auge zu behalten gilt. So hat beispielsweise der VfL Wolfsburg seinen Status als einst uneinnehmbare Festung letzte Saison verloren, als die Wölfe das einzige Team waren, das mehr Punkte in der Fremde als daheim holte. Vor zwei Jahren noch bezwang man zuhause fast jeden Gegner und erreichte sogar das Champions League Viertelfinale, wo es im Hinspiel gegen Madrid daheim einen 2:0-Sieg gab – die bis heute noch letzte Niederlage in einem europäischen Pflichtspiel auswärts der Königlichen.

Kurzum: Die Psychologie spielt eine entscheidende Rolle. Ein Team, das beispielsweise drei Heimspiele in Serie keinen Sieg geholt hat, kann durch die Erwartungshaltung eines ausverkauften Stadions mit eindrucksvoller Choreographie und frenetischen Fangesängen auch eine mentale Barriere aufbauen und sich verkrampfen, wenn die Angst, die Fans erneut zu enttäuschen zu groß wird. Über all diese Faktoren Bescheid zu wissen, wird Ihre Herangehensweise an Fußballwetten dennoch erheblich verbessern.




Die genannten Angebote sind möglicherweise auf Neukunden beschränkt oder nicht mehr gültig. Es gelten die AGB des Wettanbieters. Genaue Details ersehen Sie bitte direkt aus der Webseite des Wettanbieters. Alle Tipps basieren auf der persönlichen Meinung des Autors. Es gibt keine Erfolgsgarantie. Bitte wetten Sie mit Verantwortung. 18+

* Alle angegebenen Wettquoten waren zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels gültig. Jede Wettquote unterliegt Schwankungen. Bitte überprüfen Sie die aktuellen Quoten beim jeweiligen Wettanbieter!

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