EM 2016 Modus & Regeln für Vorrunde / Achtelfinale

19. Juni 2016

EM 2016 Wetten, Prognosen & Quoten

Vom 10. Juni 2016 bis einschließlich zum 10. Juli 2016 steigt zum bereits 15. Mal in der Geschichte die Fußball Europameisterschaft. Im Turnus von vier Jahren veranstaltet die UEFA dieses Turnier dabei seit nunmehr 1960. Nahmen hieran bisher traditionell stets die 16 besten Länder des Kontinents teil, die aus der zweijährigen Qualifikationsphase hervorgegangen sind, so hat sich der Turniermodus dieses Mal stark gewandelt.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns deshalb etwas intensiver mit den Neuerungen in diesem Turnier, auf das sich ganz sicher auch Fußballfans außerhalb Europas jetzt schon freuen.

EM 2016 Neuer Turniermodus

Erstmals in der Geschichte der Fußball Europameisterschaft kommt es nun zu einer gravierenden Veränderung. Diese ist dabei der Aufstockung von ehemals 16 Mannschaften auf nun 24 geschuldet. Wurden hier nämlich traditionell vier Gruppen à vier Mannschaften gebildet, wobei die jeweils besten zwei Nationen ins Viertelfinale eingezogen sind, so würden bei den nun sechs Gruppen à vier Mannschaften 12 Teams übrigbleiben, was weder für ein Viertelfinale mit acht Teams noch für ein Achtelfinale mit 16 Teams reichen würde.

Weil man sich allerdings auch dafür entschieden hat, zum ersten Mal in der EM Historie ein Achtelfinale auszutragen, müssen neben den jeweiligen Gruppenersten und Gruppenzweiten noch vier zusätzliche Nationen ermittelt werden, die die jeweiligen Gewinner der Vorrunde in die K.-o.-Phase begleiten dürfen. Hier hat man sich überlegt, die vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale einziehen zu lassen. Weil es mitunter bei lediglich drei ausgespielten Begegnungen schwierig werden kann, zwischen Mannschaften zu unterscheiden, die in ihren Gruppen gleich viele Punkte geholt haben und möglicherweise auch in puncto Tordifferenz keine Unterschiede aufweisen, wurden hierfür bereits im Vorfeld Kriterien festgelegt, mit denen wir uns im nächsten Punkt ausführlich beschäftigen.

Acht weitere Nationen sorgen damit dafür, dass insgesamt 20 zusätzliche Begegnungen bei der Europameisterschaft ausgespielt werden, wodurch sich die gesamte Anzahl der Spiele von den ursprünglichen 31 auf stolze 51 erhöht. 12 dieser 20 Spiele sind dabei in der Vorrunde zu finden, wo es nun neben den schon immer da gewesenen Gruppen A, B, C und D nun auch noch die Gruppen E und F zu finden gibt. Bei vier Mannschaften pro Gruppe hat sich dabei die Vorrunde im Grundsatz nicht gewandelt. So treten in den ersten zwei Wochen der Fußball EM 2016 in Frankreich zunächst alle Mannschaften im direkten Vergleich der Reihe nach gegeneinander an. Ein Sieg gibt dabei nach wie vor drei Punkte für den Gewinner und bei einem Unentschieden bekommen beide Mannschaften einen Zähler gutgeschrieben.

Die maximale Punktausbeute, die eine Nation in der Gruppenphase holen kann, liegt also bei neun Punkten. Gelingt dies einem Team, so bedeutet das auch, dass jedes der anderen Länder folgerichtig mindestens ein Spiel verloren haben muss. Hat der Zweitplatzierte also sechs Punkte, so stehen die anderen beiden Nationen logischerweise mit null Punkten aus den Spielen gegen die ersten zwei Länder da, wodurch es hier nicht selten dazu kommen wird, dass der Drittplatzierte nur einen bis drei Punkte haben wird. Wie genau wird also am Ende der Vorrunde ermittelt, wer den beiden Gruppenköpfen ins Achtelfinale folgen darf?

EM 2016 Vorrunde – Regeln bei Punktgleichheit

EM 2016 Gruppen - © Ingo Menhard - Fotolia.de

Bei drei Spielen, die jede Nation zu bestreiten hat, sind kleine Patzer durchaus noch aufzufangen und werden nicht so gnadenlos bestraft wie später in der K.-o.-Runde. Gerade auch für die vielen kleinen Länder, die in ihren Gruppen für jeden Punkt dankbar sein müssen, ist der neue Turniermodus eine echte Chance, trotz nur einem Sieg oder unter Umständen gar völlig sieglos in das Achtelfinale zu kommen. Hier kann nämlich durchaus auch die Tagesform oder äußere Einflüsse, wie eine frühe rote Karte für den Gegner mit anschließendem Foulelfmeter, dazu führen, dass sich der Underdog behauptet. Gerade in K.-o.-Systemen, in denen nur ein Spiel und nicht wie in beispielsweise Champions League üblich Hin- und Rückspiel ausgetragen wird, spricht man in Deutschland oft von den „eigenen Gesetzen“, die ein solcher Wettbewerb mit sich bringt.

Schon bisher gab es in den Vorrunden von Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball oft kuriose Rechenspiele, um den Gruppenzweiten vom Gruppendritten zu trennen. Hat sich beispielsweise ein Team mit neun Punkten durchgesetzt, ist ein anderes mit null Punkten klar ausgeschieden und haben die restlichen beiden Teams Unentschieden gegeneinander gespielt, so hätten beide logischerweise vier Punkte erzielt. Gewinnt gar eine Mannschaft die Gruppe mit neun Punkten, was schon mal eine Niederlage für die anderen drei Teams bedeutet, und spielen eben diese Teams ihre restlichen Spiele jeweils Unentschieden, so hätten hier sogar drei Nationen nur zwei Punkte erzielt, wobei ja dennoch ein Team für die K.-o.-Phase ermittelt werden muss.

Die UEFA sieht für solche Situationen die folgende Vorgehensweise vor. Zunächst wird der direkte Vergleich zwischen den Teams gezogen. Ist dieser, wie im Beispiel mit den Unentschieden, nicht eindeutig messbar, so geht es zunächst darum, welche Nation die meisten Tore erzielt hat. Haben auch hier mehrere Mannschaften gleich viele Treffer erzielt, so wird die Tordifferenz verglichen. Kommt es zu dem kuriosen Fall, dass auch hier keine Klarheit entsteht, so wird auf die Fairplay Wertung geschaut und der jeweilige UEFA Koeffizient des Landes verglichen. Sollte auch jetzt der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten, dass keine Mannschaft die andere hierin überbietet, so käme es zu einem absoluten Novum in der Geschichte der Europameisterschaft: In dieser Extremsituation würde ein Elfmeterschießen zwischen den beiden Ländern angesetzt werden, um zu ermitteln, wer in die K.-o.-Runde einziehen darf.

Besonders wichtig wird das Wissen über die Regularien und die Unterscheidungsmerkmale in diesem Jahr allerdings auch deshalb, weil nicht nur die Vergleiche gruppenintern wichtig sein können, sondern auch, weil am Ende der Vorrunde die vier besten Gruppendritten gesucht werden. Somit sind Rechenspiele ganz sicher von Anfang an wichtig. Weil eben die erzielten Tore bei Punktgleichheit höher bewertet werden als die Tordifferenz, werden Mannschaften, die trotz wackliger Abwehr sehr offensiv zu Werke gegangen sind, zusätzlich belohnt.

EM 2016 Achtelfinale – Modus mit besten Drittplatzierten

Sobald die Vorrunde beendet ist und auch die vier besten Drittplatzierten erfolgreich ermittelt worden sind, kann das Turnier in seinen verbleibenden zwei Wochen in die heikle Phase starten, nämlich in die K.-o.-Runde, wo bei einem Unentschieden die Verlängerung wartet und hierauf bei erneut ausgebliebener Entscheidung das Elfmeterschießen einen eindeutigen Gewinner hervorbringen wird. Erstmals bei einer Europameisterschaft wird dabei nun ein Achtelfinale ausgetragen, in welchem die restlichen acht der 20 zusätzlichen Fußballspiele zwischen dem 25. Juni und dem 27. Juni stattfinden.

Spielplan & Modus im EM Achtelfinale

Datum Uhrzeit Begegnung
Sa. 25.06. 15:00 AF1: Zweiter A – Zweiter C
Sa. 25.06. 18:00 AF2: Sieger B – Dritter A/C/D
Sa. 25.06. 21:00 AF3: Sieger D – Dritter B/E/F
So. 26.06. 15:00 AF4: Sieger A – Dritter C/D/E
So. 26.06. 18:00 AF5: Sieger C – Dritter A/B/F
So. 26.06. 21:00 AF6: Sieger F – Zweiter E
Mo. 27.06. 18:00 AF7: Sieger E – Zweiter D
Mo. 27.06. 21:00 AF8: Zweiter B – Zweiter F

Belohnt werden hierbei vor allem die Gruppensieger aus den Gruppen A, B, C und D. Diese bekommen nämlich die besagten besten vier Gruppendritten zugelost. So kann es also durchaus passieren, dass Deutschland, für die der Turnierbaum bei einem Gruppensieg äußerst glücklich aussehen würde, hier nun in Form von Rumänien oder Island einen Gegner zugelost bekommt, der womöglich gar einfacher zu spielen wäre, als die eigentlichen Gruppengegner Polen, Ukraine und Nordirland. Nicht zuletzt deswegen wurde der Modus im Vorfeld von vielen Verantwortlichen, darunter auch Bundestrainer Jogi Löw, zum Teil heftig kritisiert.

Toll ist es aber ganz sicher für sogenannte Todesgruppen, in denen gleich drei oder sogar vier Mannschaften stecken, die durchaus das Potenzial haben, auch in einer K.-o.-Phase zu bestehen. Dies findet man in den Gruppen D und E. Haben in Gruppe D mit Spanien, Tschechien, Kroatien und der Türkei gleich vier Mannschaften schon unter Beweis gestellt, dass sie das Zeug dazu haben, es bei Fußballturnieren weit zu bringen, so haben in Gruppe E Schweden und Irland durchaus Pech gehabt, neben Gruppenkopf Belgien noch die stärkste Mannschaft aus Topf 2 in Form von Italien bei sich zu haben. Ist hier also zu erwarten, dass sich Belgien und Italien die ersten beiden Plätze teilen werden, so könnten gerade die Schweden, für die es bei den letzten Turnieren schon immer sehr knapp war, nun Nutznießer des neuen Modus werden.

Sieht man von dem neuen Modus mit den besten Drittplatzierten und dem damit verbundenen ersten Achtelfinale der EM Geschichte aber einmal ab, so hat sich hier vom Grundprinzip nichts verändert. In nur einem Entscheidungsspiel zieht die Mannschaft ins Viertelfinale ein, die nach 90 Minuten mehr Tore erzielt hat. Kommt es hierbei zu Gleichheit, so bringt eine 30-minütige Verlängerung die Entscheidung, die sich auf zwei Halbzeiten à 15 Minuten mit damit verbundenen Seitenwechseln zusammensetzt. Anders als beispielsweise bei der EM 1996 in England, als Deutschland durch das „Golden Goal“ von Oliver Bierhoff zum bisher letzten Mal Europameister geworden ist, endet das Spiel nicht mehr im „Sudden Death Modus“, sobald eine Mannschaft das erste Mal getroffen hat, sondern die 30 Minuten werden in jedem Fall bis zum Ende gespielt, wodurch auch hier der Ausgleich möglich ist. Steht es schließlich auch nach 120 Minuten noch Unentschieden, so wird ein Elfmeterschießen Klarheit bringen. Auch hier hat sich nichts verändert. Jede Mannschaft stellt fünf Schützen. Gibt es hiernach noch immer einen Gleichstand, tritt jeweils ein weiterer Schütze pro Team an, solange, bis jeder Spieler (inklusive der Türhüter) einen Elfmeter geschossen hat und der erste Spieler einer Mannschaft zum zweiten Mal antreten darf, oder bis eine Entscheidung gefallen ist.

EM 2016 Achtelfinale – Beste Gruppendritte gegen Gruppenerste

Im Vorfeld des dritten Spieltags der EURO 2016 brennt der gesamten Fußballwelt die Frage unter den Nägeln, wie genau der Modus mit den vier besten Gruppendritten in der Theorie denn nun aussieht. Diese werden im Anschluss an alle Ergebnisse in eine eigene Tabelle gefasst. Hier werden die sechs Gruppendritten nach ihren erzielten Punkten im Turnier sortiert. Sollte dabei keine eindeutige Reihenfolge entstehen, so wird als nächstes die Tordifferenz zu Rate gezogen. Gibt es auch hier noch Unklarheiten, so gibt die höhere Anzahl an Toren hoffentlich Aufschluss, bevor notfalls noch eine Fairplay Wertung und im allergrößten Ausnahmefall der UEFA Koeffizient für eine klare Entscheidung sorgt. Aus der dadurch entstandenen Tabelle erreichen die Plätze 1 bis 4 das Achtelfinale. Auch hier ist schon im Vorfeld klar festgelegt worden, wer gegen wen spielt. So bekommen die Gruppensieger der Gruppen A, B, C und D jeweils einen der vier besten Gruppendritten, wobei es bei der Zuteilung darauf ankommt, aus welchen Gruppen diese Teams kommen. Insgesamt ergeben sich 15 Kombinationsmöglichkeiten, die wir in der folgenden Tabelle für Sie zusammengefasst haben:

Die besten Gruppendritten Sieger Gruppe A vs. Sieger Gruppe B vs. Sieger Gruppe C vs. Sieger Gruppe D vs.

A / B / C / D

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe D Dritter Gruppe A Dritter Gruppe B

A / B / C / E

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe A Dritter Gruppe B Dritter Gruppe E

A / B / C / F

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe A Dritter Gruppe B Dritter Gruppe F

A / B / D / E

Dritter Gruppe D Dritter Gruppe A Dritter Gruppe B Dritter Gruppe E

A / B / D / F

Dritter Gruppe D Dritter Gruppe A Dritter Gruppe B Dritter Gruppe F

A / B / E / F

Dritter Gruppe E Dritter Gruppe A Dritter Gruppe B Dritter Gruppe F

A / C / D / E

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe D Dritter Gruppe A Dritter Gruppe E

A / C / D / F

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe D Dritter Gruppe A Dritter Gruppe F

A / C / E / F

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe A Dritter Gruppe F Dritter Gruppe E

A / D / E / F

Dritter Gruppe D Dritter Gruppe A Dritter Gruppe F Dritter Gruppe E

B / C / D / E

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe D Dritter Gruppe B Dritter Gruppe E

B / C / D / F

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe D Dritter Gruppe B Dritter Gruppe F

B / C / E / F

Dritter Gruppe E Dritter Gruppe C Dritter Gruppe B Dritter Gruppe F

B / D / E / F

Dritter Gruppe E Dritter Gruppe D Dritter Gruppe B Dritter Gruppe F

C / D / E / F

Dritter Gruppe C Dritter Gruppe D Dritter Gruppe F Dritter Gruppe E

EM 2016 – Beispiele fürs Achtelfinale

Blicken wir vor der konkreten Austragung des letzten Spieltags auf die sechs Gruppen, so könnte man eventuell noch am ehesten davon ausgehen, dass die Gruppendritten aus den Gruppen C und E wegfallen. Die qualifizierenden Gruppen wären damit A, B, D und F, also das Beispiel aus der fünften Zeile der Tabelle. Stellen wir uns also vor, die Gruppensieger von A bis D hießen Frankreich, England, Deutschland und Spanien (Stand vor dem dritten Spieltag), so kämen die folgenden vier Paarungen für das Achtelfinale zu Stande:

  • Frankreich vs. Dritter Gruppe D
  • England vs. Dritter Gruppe A
  • Deutschland vs. Dritter Gruppe B
  • Spanien vs. Dritter Gruppe F

Nach aktuellem Stand hießen die Begegnungen demnach: Frankreich vs. Tschechien/ England vs. Rumänien / Deutschland vs. Slowakei / Spanien vs. Portugal

Natürlich wird sich in diesem Beispiel noch einiges verschieben und sollte beispielsweise heute Abend die Begegnung zwischen Rumänien und Albanien keinen Sieger hervorbringen, so wäre bereits in Gruppe A wohl kaum mit einem der besten vier Gruppendritten zu rechnen, was wiederum andere Kombinationen möglich machen würde.

Sollte Deutschland seine Gruppe gewinnen, so ist allerdings dennoch der Dritte der Gruppe B der wahrscheinlichste Gegner. Es könnte also durchaus auf ein Rückspiel gegen die Slowakei hinauslaufen, der man vor Kurzem noch in der Regenschlacht von Augsburg unterlegen war. So spielt der Gewinner der Gruppe C nämlich in neun von 15 Kombinationsmöglichkeiten gegen den Dritten der Gruppe B und in jeweils drei Situationen gegen den Drittplatzierten aus A oder F. Auch das Duell mit Rumänien oder dem noch völlig offenen Drittplatzierten der vermeintlich einfachsten Gruppe F ist für die Deutschen beim Einzug ins Achtelfinale als Gruppensieger also möglich.




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